Ich kann vom Schreiben leben.
Und vom Leben schreiben.
Das bedeutet eigentlich, dass meine zwei akutesten Lebensträume fürs Erste abgehakt sind. Manchmal fragen Leute, welche Interpreten ich mir noch unbedingt wünschen würde. Dummerweise gibt's da eigentlich niemand Konkretes mehr. Denjenigen, die ich mir immer gewünscht habe - André Stade, Mireille Mathieu, Dana Winner etc. - durfte ich schon Lieder schreiben. Die Flippers und Andrea Jürgens sind die Helden meiner Kindheit; die wären noch sehr schön. Gitte Haenning und Katja Ebstein machen heute eher in Jazz und Kunst (und das sehr gekonnt!), Pe Werner schreibt alles selbst (und das besser als ich es für sie könnte), von Udo Jürgens trennt mich eine zu große Altersspanne, Hanne Haller ist tragischerweise schon tot und Peter Alexander singt nicht mehr. Okay, doch, eine gibt's: Mary Roos! Sie ist wohl die letzte ganz "aktuelle" Heldin! Über eine Arbeit für sie würde ich mich wirklich extrem freuen! Mary, falls Du das hier liest... ;-)
Trotzdem hat der Textdichter natürlich ein Ziel. Nur trägt dieses Ziel eben keinen konkreten und populären Namen, sondern führt eher ins Unbekannte: Nachwuchs! Ich finde die Vorstellung wunderbar, dass man als Kreativer die Chance hat das öffentliche Bild eines Künstlers mitzuprägen, seine musikalische Geschichte mitzuschreiben und überhaupt erst talentierten Menschen gemeinsam mit musikalischen Partnern einen Start in diese Branche zu ermöglichen. Ich glaube, für jeden Autoren ist das eine reizvolle Aufgabe, wenn man sie ernsthaft angeht und wirklich jemanden findet, an den man glauben kann. Gestern habe ich mir jedenfalls meine ersten Nachwuchskünstler bei einer Veranstaltung angesehen und mir ging das Herz auf!
Ob daraus was erfolgreiches wird, weiß natürlich noch keiner. Aber allein die Idee, es KÖNNTE was werden, macht den Job gleich doppelt so schön!